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Research Spotlight 2019-01: Trends im E-Commerce - So shoppen die Deutschen 2019

 

Research Spotlight: Trends im E-Commerce
Online-Shopping vom heimischen Sofa oder Einkaufsbummel in der Innenstadt? Diese Frage stellt sich für die meisten Deutschen nicht. 80 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren – 56 Millionen Bundesbürger – kaufen in beiden Welten ein. Wer nicht im Web einkauft, dem fehlt meist schlicht der Internetzugang. Ist aber ein Internetzugang vorhanden, wird er fast immer auch zum Shoppen genutzt. Das gilt für 97 Prozent der Verbraucher, die über einen Internetzugang verfügen.
 
E-Commerce wird zu M-Commerce
 
Beim Einkauf im Web wird das Smartphone zur Shoppingzentrale: Mittlerweile kauft schon jeder Zweite (50 Prozent) online auf dem Smartphone ein, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar acht von zehn Befragten (78 Prozent). 2016 waren es noch lediglich 39 Prozent. Vor allem die ältere Generation steigt nun auch verstärkt beim Mobile Shopping ein. 2016 shoppten erst 20 Prozent der 50- bis 64-Jährigen und 6 Prozent der Über-65-Jährigen mit dem Smartphone. Mittlerweile sind es 29 beziehungsweise 11 Prozent. Sprachassistenten nutzen zwar immer mehr Menschen, beim Online-Shopping verwenden sie die technischen Helfer aber noch spärlich (2 Prozent).
 
Kriterien für die Shop-Auswahl
 
Bei der Shop-Auswahl spielen für die Verbraucher der Preis (83 Prozent), Zahlungsmöglichkeiten (65 Prozent) sowie eine versandkostenfreie Lieferung (62 Prozent) die größte Rolle. Gesteigerten Wert legen sie außerdem auf Kundenbewertungen. Für 53 Prozent sind sie ein entscheidendes Kriterium bei der Shop-Auswahl, 63 Prozent lesen Online-Kundenbewertungen generell vor dem Kauf von Produkten. 55 Prozent informieren sich vor dem Online-Kauf außerdem auf Preisvergleichsseiten wie zum Beispiel guenstiger.de oder Verivox (55 Prozent). 47 Prozent gehen generell erst einmal auf die Webseiten der Shop-Betreiber, 45 Prozent setzen auf Testberichte. Bei mehr als neun von zehn Befragten (93 Prozent) beeinflusst die Online-Recherche die Kaufentscheidung.
 
Zustellung nach Wunsch
 
Der Online-Handel bietet den Kunden zahlreiche alternative Zustellmöglichkeiten, die in Deutschland immer beliebter werden. Demnach hat mehr als jeder vierte Online-Käufer (26 Prozent) den Service Click & Collect schon einmal genutzt. Vor zwei Jahren waren es erst 22 Prozent. Ein weiteres Fünftel (18 Prozent, 2017: 21 Prozent) will diesen Service in Zukunft gerne nutzen. Mit dem Angebot Click & Collect haben Kunden die Möglichkeit, Produkte online zu bestellen und diese dann im Laden abzuholen. 29 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer haben das bereits gemacht. In den jüngeren Altersgruppen hat rund ein Drittel den Service genutzt: Im Alter von 14 bis 29 Jahren sind es 32 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 33 Prozent. Weniger beliebt ist das Angebot im Alter. Von den 50- bis 65-Jährigen haben 18 Prozent den Service genutzt, in der Altersgruppe 65 Plus sind es 13 Prozent.
 
Noch stärker durchgesetzt hat sich unter den neuen Zustellarten nur die Lieferung zum Wunschtermin. Knapp jeder Zweite (46 Prozent) hat bei seiner Online-Bestellung schon einmal ein Wunschfenster angegeben, in dem die Ware zu Hause zugestellt werden soll. 28 Prozent würden diese Möglichkeit gerne in Zukunft nutzen. Eher wenig verbreitet sind dagegen noch die Möglichkeiten von Same Day Delivery und Same Hour Delivery. Lediglich 14 beziehungsweise 6 Prozent haben dieses Angebot schon einmal wahrgenommen. Je rund ein Drittel (36 Prozent Same Day Delivery, 30 Prozent Same Hour Delivery) würde diese Zustellarten aber gern in Zukunft nutzen – etwa, wenn das Angebot am Wohnort oder für die entsprechend bestellten Waren verfügbar ist. Allerdings sagt auch jeder Zweite (50 Prozent), dass er an der Zustellung innerhalb von zwei Stunden nach der Online-Bestellung kein Interesse hat. Bei Same Day Delivery, also der Zustellung am selben Tag der Bestellung, geben dies vier von zehn Befragten (39 Prozent) an.
 
 
Vorteile des Online-Shoppings
 
Weshalb ist Online-Shopping so populär und was motiviert die Nutzer online zu bestellen und nicht den Gang in die Innenstadt anzutreten? Die Befragung zeigt, dass Online-Shopper am E-Commerce vor allem die Unabhängigkeit von Geschäftsöffnungszeiten schätzen. Demnach sehen mehr als drei von vier Befragten (77 Prozent) als wichtigsten Vorteil beim Online-Kauf, dass sie unabhängig von den Öffnungszeiten der Geschäfte sind. Besonders stark wird diese Ansicht von der berufstätigen Generation der 30- bis 49-Jährigen (78 Prozent) sowie der 50- bis 64-Jährigen (83 Prozent) vertreten. Ebenfalls rund drei Viertel der Befragten (76 Prozent) finden es wichtig, dass sie sich die Ware nach Hause liefern lassen können, knapp sieben von zehn Befragten (67 Prozent) sagen, dass sie durch den Einkauf im Netz Zeit sparen. Für viele ist auch das Angebot der entscheidende Vorteil. So sagen drei Viertel (66 Prozent), dass die Auswahl im Internet größer ist. 53 Prozent meinen gar, dass sie im Web Produkte kaufen können, die im stationären Handel gar nicht oder nur schwer zu bekommen sind. Je rund jeder Zweite findet, dass das Angebot im Internet auch günstiger ist als im Geschäft (52 Prozent) und mehr Informationen dazu verfügbar sind, wie etwa Kundenbewertungen (50 Prozent).
 
Für jeden dritten Internetnutzer (31 Prozent) sind die zusätzlichen Rabatte wichtig, die im Online-Handel oft winken. Ein wichtiger Vorteil ist für 28 Prozent außerdem das Recht, vom Online-Kauf zurückzutreten. Viele stationäre Händler zeigten sich gleichwohl kulant, was den Umtausch anbelange. Besonders für die ländliche Bevölkerung sind die mangelnden Alternativen in der Nähe des Wohnorts ein wichtiger Grund, im Internet einzukaufen. 22 Prozent der Internetnutzer und 44 Prozent der Internetnutzer auf dem Land sehen darin einen klaren Vorteil fürs Online-Shopping. Weniger wichtig ist den Befragten dagegen die Anonymität beim Online-Kauf (13 Prozent).
 
 
Insight: Online-Lebensmittelhandel
 
Der Lebensmittelhandel via Web wächst zwar, erreicht derzeit aber kaum zusätzliche Käufergruppen. 2016 hatten 28 Prozent der Internetnutzer schon einmal Lebensmittel aus dem Web besorgt, zwei Jahre später sind es 29 Prozent und damit nur marginal mehr – auch wenn die Zufriedenheit mit dem Lebensmittel-bis-an-die-Haustür-Service hoch ist. Ein gutes Drittel aller Befragten (35 Prozent) kann sich aber durchaus vorstellen, in Zukunft Lebensmittel oder Getränke online zu kaufen. Bei der Nutzung lassen sich deutliche Unterschiede im Wohnort der Befragten festmachen: In ländlichen Regionen haben erst 21 Prozent schon einmal online Lebensmittel gekauft, in den Städten ist es bereits mehr als jeder Dritte (37 Prozent).
 
Dabei schrecken die Verbraucher insbesondere davor zurück, frische Lebensmittel online zu bestellen. Überwiegend werden Süßwaren (52 Prozent), Fertiggerichte und Konserven (41 Prozent), spezielle Lebensmittel, etwa zur veganen oder glutenfreien Ernährung (29 Prozent) oder Spezialitäten und Gourmetprodukte (27 Prozent) im Web gekauft. Fleisch- oder Wurstwaren (25 Prozent) und Milchprodukte (22 Prozent) sowie Obst und Gemüse (21 Prozent) rangieren hingegen unten auf der Einkaufsliste.
 
Zukunft des Handels
 
Der Handel der Zukunft ist digital. Doch wie sieht die Shopping-Welt in 10 Jahren aus? Die ersten Tests mit Verkaufsrobotern im Einzelhandel laufen bereits – und mehr als jeder dritte Internetnutzer in Deutschland bescheinigt den digitalen Assistenten in Ladengeschäften eine große Zukunft. 36 Prozent der Internetnutzer erwarten, dass es im Jahr 2030 im stationären Handel digitale Verkaufsassistenten und -berater geben wird. In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen geben dies sogar vier von zehn Befragten (40 Prozent) an. Außerdem meint jeder dritte Internetnutzer (33 Prozent), dass im Jahr 2030 Verkaufsroboter Kunden durch den Laden führen werden. Rund die Hälfte der Verbraucher (48 Prozent) glaubt, dass der stationäre Handel für Kunden in gut zehn Jahren durchgängig rund um die Uhr geöffnet hat, da es für ihn wie für den Online-Handel auch keine gesetzlich vorgeschriebenen Ladenöffnungszeiten mehr gibt. Ebenfalls rund jeder Zweite (49 Prozent) denkt, dass 2030 aufgebrauchte Produkte im Haushalt, wie zum Beispiel Toilettenpapier oder Waschmittel, ohne Zutun des Kunden nachgeliefert werden. 54 Prozent der Befragten meinen außerdem, dass sich Kartenzahlung beziehungsweise Mobile Payment durchsetzen wird, da 2030 im stationären Handel kein Bargeld mehr angenommen wird. Bei den 14- bis 29-Jährigen sehen dieses Szenario für das Jahr 2030 bereits 58 Prozent der Befragten als sehr beziehungsweise eher verbreitet an.
 
 
Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.007 Bundesbürger ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.