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Research Spotlight 2017-01: E-Commerce: Vielfalt via Mausklick

 

Research Spotlight Digitaler Handel Haben Sie heute schon etwas im Internet gekauft - eine neue Hose, neue Schuhe, ein neues Buch? Vielleicht haben Sie jemanden mit einem Blumengruß überrascht, Nachschub für die Hausapotheke geordert, die Lebensmittel für die Woche bestellt oder ihr Bahnticket via Handy-App erworben? Mittlerweile gibt es kaum mehr etwas, was es nicht online zu kaufen gibt. Der Kauf via Internet hält Einzug in unseren Lebensalltag. Fast jeder Internetnutzer ab 14 Jahren (96 Prozent) hat in den vergangenen 12 Monaten online etwas gekauft. 5 Prozent der Internetnutzer kaufen bereits täglich im Web und jeweils 15 Prozent shoppen einmal oder mehrmals pro Woche online. Im Schnitt gaben die Online-Käufer in 2016 rund 1.280 Euro für ihre im Web erstandenen Waren und Leistungen aus.
 
Bitkom Research hat die Warenkörbe und das Kaufverhalten der Onliner etwas genauer angeschaut.
 
Wurden zu Beginn des Online-Handels vor allem Bücher und Kleidung online gekauft, haben inzwischen andere Produktgruppen stark aufgeholt. So liegen Kleidung (82 Prozent) und Bücher (76 Prozent) immer noch auf den vordersten Plätzen, aber auch Pharmaprodukte wurden mittlerweile schon von 56 Prozent aller Online-Shopper im Internet gekauft. Lebensmittel, die lange Zeit als letzte Bastion des stationären Handels galten, haben mehr als ein Viertel der Online-Shopper (28 Prozent) via Mausklick bestellt. Der Anteil von schnell verderblichen Frischwaren in diesem Bereich steigerte sich binnen eines Jahres sogar um sechs Prozentpunkte auf 37 Prozent. Dabei stellen die Lebensmittel-Käufer dem Online-Service ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. 93 Prozent sind zufrieden mit ihrem Lebensmittelkauf im Internet, 47 Prozent sogar sehr.
 
Das wird geshoppt

Und es wird nicht nur gekauft im Netz. Egal ob Privatwohnung, Auto, Spielzeug oder Bohrmaschine – Teilen statt Besitzen liegt im Trend. Jeder Dritte (34 Prozent) hat schon einmal ein Angebot der sogenannten Share Economy genutzt. Das können nicht-kommerzielle und kommerzielle Plattformen sein, etwa Kleiderbörsen wie Kilena, Portale für die Buchung und Vermietung von Unterkünften wie AirBnB oder Carsharing-Dienste wie Drivy. 53 Prozent derjenigen, die Angebote zum Teilen bislang noch nicht genutzt haben, können sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Auch die Bereitschaft, eigene Produkte oder Dienstleistungen zu teilen, ist vorhanden: So würde beispielsweise jeder Zehnte (10 Prozent) seine Wohnung oder sein Auto zahlenden Nutzern überlassen. Alltagsgegenstände wie Werkzeuge oder Haushaltsgeräte würden sogar jeder Vierte (27 Prozent) verleihen.
 
Neben Auswahl und Vielfalt überzeugt der digitale Handel auch mit praktischen Argumenten. Ob im heimischen Wohnzimmer, beim Frisör, im Wartezimmer beim Arzt oder in der Bahn – gekauft wird heute dank mobilem Internet überall. So hat sich die Zahl der Smartphone-Shopper binnen zwei Jahren fast verdoppelt (39 Prozent). Mehr als ein Viertel der Befragten (27 Prozent) nutzt das Tablet. Einkäufe via Laptop (64 Prozent) oder Desktop-PC (50 Prozent) sind dagegen rückläufig.
 
Mobile Shopping
 
Wer nicht online kauft, kann trotzdem von den neuen Möglichkeiten und Freiheiten profitieren. Die Mehrheit der Online-Shopper (64 Prozent) informiert sich vor dem Kauf im Laden regelmäßig oder manchmal im Internet. 43 Prozent der Smartphone- und Tablet-Nutzer checken vor Ort im Laden noch regelmäßig oder manchmal die Preise auf ihrem mobilen Endgerät. Sechs von zehn Internetnutzern (60 Prozent) haben im Laden schon einmal auf ein günstigeres Angebot im Internet verwiesen – 80 Prozent mit Erfolg.
 
Den umgekehrten Weg, sich im Laden zu informieren, aber das Produkt dann online zu kaufen, geht nur die Hälfte der Befragten regelmäßig (9 Prozent) oder manchmal (41 Prozent). Stattdessen stehen Kundenbewertungen hoch im Kurs und sind für Verbraucher das wichtigste Entscheidungskriterium beim Online-Kauf. Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) nutzen Kundenbewertungen in Online-Shops als Entscheidungshilfe vor dem Kauf von Produkten. Vier von zehn Online-Käufern (39 Prozent) haben weniger Vertrauen in Angebote oder Produkte, zu denen es keine Produktbewertungen gibt. Ebenso viele (38 Prozent) geben an, dass die Rezensionen anderer Käufer in der Regel ihrer persönlichen Einschätzung des gekauften Produkts entsprechen. Und 45 Prozent schreiben laut Umfrage selbst Online-Bewertungen zu Waren oder Dienstleistungen.
 
Wem das Produkt aus dem Internet dann trotzdem nicht gefällt oder passt, der kann die Ware in der Regel auch zurückzusenden. In Deutschland geht etwa jeder zehnte Online-Einkauf wieder zurück. Dabei geben die Versand- und Rückversandkonditionen, neben den Bezahlmöglichkeiten, für viele Käufer gleichzeitig auch einen Hinweis auf die Seriosität des Angebots sowie die Kompetenz des Händlers.
 

Methodikhinweis: Grundlage der Berechnungen sind zwei repräsentative Umfragen, die Bitkom Research unter 1.158 bzw. 1.166 Internetnutzern ab 14 Jahren, darunter 1.133 bzw. 1.114 Online-Einkäufern durchgeführt hat.