Licht ins Dunkel: Gesammelte Daten in Behörden ...

29.09.2017 - Licht ins Dunkel: Gesammelte Daten in Behörden besser nutzen

  • Datenanalysen entscheidender Baustein der eigenen Arbeit
  • Nur Minderheit der Verwaltungen setzt bislang fortgeschrittene Datenanalysen mit entsprechender Softwareunterstützung ein

Berlin, den 29. September 2017

„Big Data soll in der öffentlichen Verwaltung mehr Transparenz, personalisierte Dienstleistungen sowie effiziente Prozesse ermöglichen – und kann das auch leisten“, sagt Mathias Oberndörfer, Bereichsvorstand Öffentlicher Sektor bei KPMG. „Allerdings: Es gibt hierbei deutlich Luft nach oben.“ Das ist ein Kernergebnis der Studie „Mit Daten Werte schaffen 2017“ für die Verwaltung, die KPMG in Zusammenarbeit mit Bitkom Research erstellt hat.

 

Hier gibt es die Sonderausgabe für die Öffentliche Verwaltung zum Download

 

Daten effektiver nutzen

78 Prozent der befragten Verwaltungen geben an, dass sie Datenanalysen als einen entscheidenden Baustein der eigenen Arbeit sehen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von sechs Prozentpunkten. 71 Prozent teilten außerdem mit, dass die Analyse von Daten zunehmend zu relevanten Entscheidungen in der Organisation führt. Lediglich 51 Prozent der befragten Verwaltungen geben allerdings an, die Ergebnisse auch in einen konkreten Nutzen umzuwandeln. Dabei zeigt sich: Verwaltungen, die bereits fortgeschrittene Datenanalysen mit Hilfe von Big-Data-Lösungen einsetzen, sehen einen deutlich stärkeren Mehrwert: Mehr als 80 Prozent von ihnen können hierdurch ihre Leistungsqualität erhöhen, die Finanzlage positiv beeinflussen oder Risiken senken – zum Teil sogar gleichzeitig. Hierzu bedarf es allerdings entsprechender Ressourcen, nur eine deutliche Minderheit der befragten Verwaltungen setzt bislang fortgeschrittene Datenanalysen mit entsprechender Softwareunterstützung ein. Mitarbeiter mit Fachwissen im Bereich Datenanalyse sind nämlich in deutschen Verwaltungen oft sehr rar – und auch die Einbindung externer Experten wird nur zurückhaltend gepflegt. „Deutschland muss das Tempo bei der Digitalisierung der Behörden deutlich steigern. Dazu gehört auch, das Potenzial von Datenanalysen stärker als bisher zu nutzen, so Mathias Oberndörfer.

Was tun?

Auf Basis der Befragungsergebnisse sieht KPMG eine Reihe von Verbesserungspotenzialen und hat dafür Handlungsempfehlungen entwickelt. Drei zentrale Punkte sind:

  • Unterstützung durch die Politik
    Die Politik muss den Entwicklungsprozess von Datenanalysen in der öffentlichen Verwaltung unterstützen. Dazu sollten klare gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden – gerade mit Blick auf die EU-Datenschutzgrundverordnung, die im Mai 2018 in Kraft tritt.

  • Mehr Experten
    Behörden sollten dringend mehr gut ausgebildete Analysekräfte einstellen. Außerdem sollten sie die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter im Bereich Big Data intensivieren und Strukturen schaffen, um externe Fachkräfte effektiv einzubinden.

  • Fokus auf Datenschutz
    Gleichzeitig ist der Aufbau einer strukturierten, aber dennoch flexiblen Datenschutzorganisation in den Behörden dringend erforderlich.


Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG durchgeführt hat. Dabei wurden 103 Behörden- und Abteilungsleiter aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen mit mindestens 100 Mitarbeitern befragt.

 

Über die Bitkom Research GmbH:
Die Bitkom Research GmbH ist ein Tochterunternehmen des Bitkom e.V. Bitkom Research liefert qualitativ hochwertige Daten und Analysen zu den europäischen und internationalen Märkten für Informations- und Kommunikationstechnik. Darüber hinaus bietet Bitkom Research kundenspezifische Marktforschungsdienstleistungen sowie Vorträge und Workshops an.

Über die KPMG AG:
KPMG gehört zu einem globalen Firmennetzwerk rechtlich selbständiger und unabhängiger Unternehmen mit mehr als 162.000 Mitarbeitern in 155 Ländern. Auch in Deutschland gehört KPMG zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen. Unser Ziel: eine komplexe Welt für Unternehmen verständlicher machen. Unser Anspruch: den weltweit besten Service zu bieten. Unser Handwerkszeug: Qualität, Innovation und Leidenschaft.

 

Kontakt:

Franz Grimm, f.grimm[at]bitkom-research.de

 

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