Jeder zweite Internetnutzer Opfer von Cybercrime

13.10.2016 - Jeder zweite Internetnutzer Opfer von Cybercrime

  • Häufigste Delikte sind Virenangriffe, Betrug und Identitätsdiebstahl
  • Besserer Schutz: 19 Prozent verschlüsseln E-Mails und 14 Prozent Dateien
  • Vertrauen in die Sicherheit persönlicher Daten im Internet erholt sich nur langsam

Berlin, 13. Oktober 2016

Breitband Die Vorfälle reichen von gefährlichen Virusinfektionen über Online-Betrug und Erpressung bis hin zu schweren Beleidigungen: Fast jeder zweite Internetnutzer (47 Prozent) ist in Deutschland in den vergangenen 12 Monaten Opfer von Cybercrime geworden. Das hat eine repräsentative Umfrage unter 1.017 Internetznutzern von Bitkom Research ergeben. Als Angriffsziel geraten neben Computern zunehmend Mobilgeräte ins Visier krimineller Hacker. Laut Umfrage hatte jeder vierte Smartphone-Nutzer (26 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten einen Sicherheitsvorfall mit seinem Gerät. So führen spezielle Smartphone-Viren dazu, dass der Nutzer ausspioniert, aggressive Werbung angezeigt oder der Zugang zu den Geräten versperrt wird. 
 

Nach den Ergebnissen der Studie ist die Verbreitung von Computerviren das am häufigsten auftretende Delikt: 41 Prozent der Internetnutzer geben an, dass ihr Computer infiziert worden ist. Ein großes Problem ist der Diebstahl und Missbrauch digitaler Identitäten. Zur digitalen Identität eines Internetnutzers gehören seine Zugangsdaten zu Online-Diensten sowie seine Kreditkartendaten oder andere Zahlungsinformationen. Laut Umfrage berichtet jeder vierte Internetnutzer (22 Prozent), dass seine Zugangsdaten zu einem Online-Dienst ausspioniert worden sind. Jeder Achte (12 Prozent) gibt an, dass seine persönlichen Daten illegal verwendet wurden. Bei 9 Prozent sind unerwünschte E-Mails im Namen des Nutzers versendet worden. Ebenfalls weit verbreitet ist Online-Betrug: Ein Fünftel der Internetnutzer (20 Prozent) ist bei Online-Transaktionen wie Shopping, Auktionen oder Online-Banking betrogen worden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn bezahlte Ware nicht geliefert oder bei einem Verkauf nicht gezahlt wird. Angriffe auf Personen wie schwere Beleidigungen (3 Prozent) und sexuelle Belästigungen (2 Prozent) erreichen zwar nur niedrige einstellige Prozentwerte, summieren sich aber in absoluten Zahlen zu Zehntausenden Fälle

Gegen digitale Angriffe nutzen vier von fünf Internetnutzern (80 Prozent) ein Virenschutz-Programm und zwei von drei (67 Prozent) eine Firewall auf ihrem Computer. Jeder dritte Internetnutzer (34 Prozent) verwendet einen Passwort-Safe, Jeder Fünfte (22 Prozent) verwendet Anonymisierungsdienste wie „Tor“. Immerhin 19 Prozent verschlüsseln E-Mails und 14 Prozent Dateien. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 verwendeten erst 19 Prozent einen Passwort-Safe, 6 Prozent verschlüsselten Mails und 8 Prozent Dateien. Jeder neunte Internetnutzer (11 Prozent) kann zu der Frage, welche Sicherheitstechnologien er verwendet, gar keine Angaben machen.

Drei von vier Internetnutzern (77 Prozent) halten aktuell ihre persönlichen Daten im Internet für unsicher. Das sind 3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Den Höhepunkt des Misstrauens wurde im Jahr 2014 erreicht, als 86 Prozent der Nutzer ihre persönlichen Daten im Internet für unsicher hielten.

Am stärksten trifft der Vertrauensverlust die staatlichen Akteure. Nur jeder vierte Internetnutzer (24 Prozent) hat starkes oder sehr starkes Vertrauen in Staat und Behörden, wenn es um den Umgang mit seinen persönlichen Daten geht. Vor fünf Jahren war es noch gut jeder Zweite (52 Prozent). Die „Wirtschaft allgemein“ (37 Prozent starkes oder sehr starkes Vertrauen) und die exemplarisch ausgewählten Internetprovider (47 Prozent) kommen in diesem Jahr zum ersten Mal wieder in Reichweite ihrer Ausgangswerte im Jahr 2011. Die Wirtschaft insgesamt liegt damit zurzeit 13 Prozentpunkte über den staatlichen Akteuren. Vor fünf Jahren war das Verhältnis noch umgekehrt.

Die Sorge vor Hacker-Angriffen, dem Missbrauch persönlicher Daten oder dem Betrug bei Online-Transaktionen bleibt nicht ohne Folgen. Drei von vier Internetnutzern (74 Prozent) geben an, dass sie auf bestimmte Aktivitäten im Internet aus Sicherheitsgründen verzichten. Am häufigsten meiden es die Befragten, vertrauliche Informationen per E-Mail zu versenden. Darüber hinaus verzichten viele auf die Nutzung bestimmter Dienste wie Online-Banking, Cloud-Computing oder die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken.


Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.017 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt.


Die vollständige Presseinformation des Bitkom finden Sie hier.


Kontakt:
Christopher Meinecke, c.meinecke[at]bitkom-research.de

 

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Bitkom_Charts_PK_Vertrauen_und_IT-Sicherheit_13_10_2016.pdf