Digitalisierung schafft neue Jobs für Fachkräfte

30.06.2016 - Digitalisierung schafft neue Jobs für Fachkräfte

  • Jedes zweite Unternehmen rechnet mit zusätzlichen Stellen für gut ausgebildete Arbeitnehmer
  • Digitalkompetenz von Bewerbern und Mitarbeitern bisher nur Mittelmaß
  • Mehrheit bildet eigene Mitarbeiter nicht zu Digitalthemen weiter

Berlin, 30. Juni 2016

Der Lkw-Fahrer disponiert während der Fahrt, managt Bestellungen und Routen statt den Wagen selber zu lenken, die Zahnarzthelferin stellt Implantate mit dem 3D-Drucker her statt nur die Abdrücke zu nehmen: Berufe und Anforderungsprofile wandeln sich durch die Digitalisierung von Grund auf. Und für digital qualifizierte Arbeitnehmer bieten sich dadurch hervorragende Jobchancen. Jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) rechnet damit, dass es in den kommenden zehn Jahren mehr Arbeitsplätze für gut ausgebildete Beschäftigte geben wird. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 500 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland von Bitkom Research. Anzahl der Beschäftigten mit geringen Qualifikationen und unterstützenden Tätigkeiten wird dagegen sinken, davon gehen zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) aus. Mit einem Stellenplus rechnet in diesen Bereichen niemand.

So gehen 9 von 10 Unternehmen (87 Prozent) davon aus, dass die Digitalkompetenz der Beschäftigten genauso wichtig wird wie fachliche oder soziale Kompetenz. 4 Prozent erwarten sogar, dass Digitalkompetenz zur wichtigsten Fähigkeit von Arbeitnehmern wird. Bereits in den vergangenen zehn Jahren haben sich die Aufgaben in den Unternehmen durch die Digitalisierung verändert. So berichtet jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) davon, dass bestimmte Berufsprofile wie beispielsweise Schriftsetzer oder Lagerist komplett verschwunden sind, in jedem fünften Unternehmen (21 Prozent) sind aber neue Profile entstanden, etwa Softwareentwickler, Datamining Spezialist oder zur Roboter-Koordinater.

Entsprechend große Bedeutung messen die Unternehmen der Weiterbildung rund um Digitalthemen zu. 97 Prozent halten diese für qualifizierte Fachkräfte im Unternehmen für wichtig, jeweils rund drei Viertel für Führungskräfte (77 Prozent) und gering Qualifizierte (71 Prozent). Aktuell wird die Digitalkompetenz von Bewerbern und eigenen Mitarbeitern nur mit den Durchschnittsnoten „befriedigend“ oder „ausreichend“ bewertet. Dieser Einschätzung zum Trotz investieren die Unternehmen selbst nur wenig in Weiterbildung: 6 von 10 Unternehmen (62 Prozent) geben an, dass die eigenen Mitarbeiter in Digitalkompetenzen nicht weitergebildet werden. Dabei sind kleinere Unternehmen bis 50 Mitarbeiter mit 67 Prozent nochmals deutlich zurückhaltender als größere Unternehmen mit 51 Prozent.


Zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 504 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen aller Branchen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland befragt.


Die vollständige Presseinformation des Bitkom finden Sie hier.


Kontakt:
Katja Hampe, k.hampe[at]bitkom-research.de

 

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