IT-Sicherheit

Research Spotlight 2019-03: IT-Sicherheit

Onliner in Deutschland sind besorgt über die Sicherheitslage im Internet. Neun von zehn Internetnutzern (89 Prozent) sehen eine wachsende Bedrohung durch Internetkriminalität. Im Vorjahr sagten dies erst 85 Prozent.

Viele von ihnen fühlen sich schlecht gewappnet. So sagen zwei Drittel (65 Prozent): Ich würde es gar nicht merken, wenn Fremde meinen Computer oder das Smartphone ausspionieren würden.

Trotz geringem Wissen sehen sich Internetnutzer selbst in der Pflicht

Beim Thema IT-Sicherheit gestehen sich viele Onliner geringes Wissen zu. Nur ein Drittel (34 Prozent) der Internetnutzer fühlt sich selbst in der Lage, ihre internetfähigen Geräte ausreichend vor Angriffen zu schützen. Dennoch sieht sich die Mehrheit selbst in der Pflicht, wenn es um die Sicherheit ihrer smarten Geräte geht. Lediglich ein Drittel (34 Prozent) gibt an, dass die Absicherung von Smartphones oder Computern vor allem Aufgabe der Hersteller sei. Beim Schutz von persönlichen Daten im Internet sagen sogar nur 3 Prozent, dass Hersteller oder Internetanbieter dafür hauptverantwortlich sind. Drei Viertel (74 Prozent) sehen sich selbst für den Schutz ihrer Daten im Internet in der Verantwortung, jeder Fünfte (22 Prozent) den Staat.

Wunsch nach mehr Aufklärung bei IT-Sicherheit

Die besorgten Internetnutzer zeigen gleichzeitig Bereitschaft, ihre Wissenslücken zum Thema IT-Sicherheit schließen zu wollen. Zwei von fünf Nutzern (42 Prozent) sagen, dass sie sich gerne weiterbilden würden, um sich im Internet besser schützen zu können. Ebenso viele (39 Prozent) wissen aber nicht, an wen sie sich für Informationen zu Schutzmaßnahmen wenden sollen.

Darüber hinaus fordern Onliner eine höhere Polizeipräsenz im Internet. Acht von zehn (81 Prozent) meinen, die Politik solle mehr Geld in spezielle Einheiten investieren, die gezielt gegen Cyberkriminalität vorgehen. Unwohl fühlen sich viele nicht nur wegen gewöhnlicher Kriminelle im Internet. 84 Prozent gehen davon aus, dass ausländische Geheimdienste im digitalen Raum in Deutschland aktiv sind.

Regelmäßige Aktualisierungen und weitere Tipps

Häufig würden potenzielle Einfallstore für Cyberkriminelle mit Updates schnell wieder geschlossen. Doch nicht alle Nutzer haben solche Aktualisierungen im Blick. Nur gut die Hälfte der Onliner (57 Prozent) installiert Software-Updates sobald diese vorgeschlagen werden. Bitkom gibt weitere Tipps, wie sich Internetnutzer vor Cyberkriminellen schützen können, wie Nutzer ihr Smartphone absichern können, und wie man seine digitale Identität schützt.

Verzicht auf Online-Aktivitäten leicht rückläufig

Wer gängige Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt und seriöse Anbieter nutzt, sollte sich bei Online-Diensten eigentlich nicht einschränken müssen. Dennoch verzichten sechs von zehn Internetnutzern (62 Prozent) noch immer bewusst auf bestimmte Online-Anwendungen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil immerhin leicht rückläufig. 2017 gaben dies noch zwei Drittel der Nutzer an (67 Prozent).

Am häufigsten schränken sich Internetnutzer beim Versand vertraulicher Informationen oder Dokumente per E-Mail ein. Jeder Vierte (26 Prozent) verzichtet grundsätzlich darauf, 13 Prozent teilweise. Mit Blick auf die Sicherheit halten sich auch beim Online-Banking noch viele Internetnutzer zurück. Jeder Elfte (9 Prozent) macht grundsätzlich keine Bankgeschäfte im Internet, 12 Prozent verzichten teilweise. Wegen Sicherheitsbedenken entscheiden sich 7 Prozent der Internetnutzer gegen jegliche soziale Netzwerke, 13 Prozent verzichten teilweise auf Social Media. Weitere 5 Prozent nutzen grundsätzlich keine Cloud-Dienste wie Online-Speicherplätze oder Online-Fotoalben, jeder Achte (12 Prozent) verzichtet teilweise darauf. Die wenigsten Sicherheitsbedenken haben Internetznutzer beim Online-Shopping. Nur 5 Prozent shoppen deswegen nie online, 4 Prozent meiden Online-Shops teilweise aus Sicherheitsgründen.

Was Nutzer darüber hinaus tun, um ihre Computer und Smartphones zu schützen und welche Erfahrungen sie mit Internetkriminalität machen, fasst unser Bericht „Vertrauen & IT-Sicherheit“ zusammen.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.010 Internetnutzer ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.

Lukas Gentemann
Lukas Gentemann
Senior Research Consultant
Send Message