Wegen Corona: Drei von vier Digital-Unternehmen erwarten Umsatzeinbußen

  • Mehrheit will Umsatzminus aber teilweise oder komplett aufholen

Berlin, 3. Mai 2020

Die Corona-Krise trifft die Digitalbranche mit Wucht, aber weniger stark als die deutsche Gesamtwirtschaft. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung des Bitkom-ifo-Digitalindex für den Monat April. Demnach stufen die IT- und Telekommunikationsunternehmen den Effekt der Corona-Pandemie auf einer Skala von -3 bis +3 mit durchschnittlich -1,1 ein, während die Gesamtwirtschaft bei -1,6 liegt. Drei von vier ITK-Unternehmen (74 Prozent) erwarten im Laufe des Jahres aufgrund der Pandemie Umsatzeinbußen, was bedeutet, dass die Umsätze niedriger ausfallen als ursprünglich gedacht (Gesamtwirtschaft: 84 Prozent). Immerhin 8 Prozent rechnen mit positiven Auswirkungen auf ihre Umsätze (Gesamtwirtschaft: 4 Prozent). Sechs von zehn ITK-Unternehmen (62 Prozent), die Einbußen erwarten, gehen davon aus, dass das Umsatzminus im weiteren Verlauf teilweise (54 Prozent) oder komplett (8 Prozent) aufgeholt werden kann. In der Gesamtwirtschaft erwartet die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent), dass sie Umsatzrückgänge teilweise (45 Prozent) oder ganz (4 Prozent) kompensieren können.

In Reaktion auf die Krise setzt die überwiegende Mehrheit der ITK-Unternehmen (94 Prozent) auf die verstärkte Nutzung von Homeoffice (Gesamtwirtschaft: 75 Prozent). Jedes Dritte (31 Prozent) nimmt Kurzarbeit in Anspruch (Gesamtwirtschaft: 50 Prozent). Jedes fünfte ITK-Unternehmen (19 Prozent) greift zu Beschäftigungsabbau, also Entlassungen oder Nicht-Verlängerung von Arbeitsverträgen. Vier von zehn (39 Prozent) verschieben Investitionsprojekte, jedes Achte (12 Prozent) hat diese komplett gestrichen.

Hinweis zur Methodik: Die Angaben basieren auf einer Sonderbefragung im Rahmen der ifo Konjunkturumfrage im Monat April. Berücksichtigt werden Daten der Digitalbranche, die sich aus Unternehmen der Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Handel und Dienstleistungssektor zusammensetzt. Dazu zählen Hersteller von IT und Kommunikationstechnik, Unterhaltungselektronik, Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen, Telekommunikationsdiensten sowie der Groß- und Einzelhandel mit ITK. Gewichtet wird nach Anzahl der Beschäftigten. Befragungszeitraum war vom 2. bis 23. April 2020.

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Axel Pols
Axel Pols
Geschäftsführer
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