Nachhaltigkeit durch Digitalisierung – aber ohne Budget

  • Zwei von drei großen Unternehmen gehen davon aus, mit Hilfe digitaler Technologien nachhaltiger wirtschaften zu können
  • Aber nur jedes Dritte hat ein Budget für Nachhaltigkeit bereitgestellt
  • Bitkom Research und Tata Consultancy Services veröffentlichen Trendstudie zur Digitalisierung

Berlin, 12. Oktober 2021

Der Klimawandel hat das Thema Nachhaltigkeit auch in vielen Unternehmen ganz oben auf die Agenda gesetzt – und eine breite Mehrheit hofft auf digitale Technologien, um die gesteckten Ziele zu erreichen. So geben 7 von 10 Unternehmen (71 Prozent) mit 100 oder mehr Beschäftigten an, dass Nachhaltigkeit ein wesentlicher Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie ist. Und zwei Drittel (66 Prozent) sind überzeugt, dass digitale Technologien dabei helfen können, energieeffizienter zu wirtschaften. Fast ebenso viele (63 Prozent) versprechen sich langfristige Vorteile von Investitionen in digitale Technologien, die die eigenen Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services (TCS) unter 951 Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten in Deutschland. „Digitalisierung und Nachhaltigkeit müssen zusammen gedacht werden. Digitale Technologien wie das Internet der Dinge oder Künstliche Intelligenz können als Katalysator für ressourceneffizienteres Wirtschaften dienen“, sagt Dr. Kay Müller-Jones, Leiter Consulting und Services Integration bei TCS.

Allerdings verfügt nur eine knappe Mehrheit (55 Prozent) der Unternehmen über das Wissen, wie sich digitale Technologien für mehr Nachhaltigkeit einsetzen lassen. Und gerade einmal jedes Dritte (33 Prozent) hat für mehr Nachhaltigkeit ein spezielles Budget eingeplant. „Wir verfügen bereits über Technologien, mit denen sich der CO2-Ausstoß schnell und effektiv senken lässt. Das Wissen über die Möglichkeiten neuer Technologien beim Klimaschutz muss jetzt schnell in die Unternehmen transportiert werden“, sagt Dr. Anja Weber, Head of Bitkom Research.

Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft geht indes langsam voran. Auf einer Skala von 1 (ganz am Anfang der Digitalisierung) bis 10 (vollständig digitalisiert) sehen sich die befragten Unternehmen aktuell bei einem Wert von 5,9. Vor einem Jahr lag der Wert erst bei 5,7, 2017 lediglich bei 5,3. Zugleich geben 12 Prozent der Unternehmen auf die Frage, was ihre Digitalisierung hemmt, an, dass die Investitionen finanziell nicht machbar sind. Vor einem Jahr waren es nur 7 Prozent, 2017 sogar nur 3 Prozent.

Weitere Ergebnisse der Trendstudie „Nachhaltig geht nur digital. Wie Deutschland mit KI & Co. die Zukunft gestaltet.“ etwa zum Stellenwert der Digitalisierung in den Unternehmen oder zum Einsatz von Schlüsseltechnologien sowie ausführlichen Branchenergebnissen für den Maschinen- und Anlagenbau, die Informations- und Kommunikationstechnologie, Chemie und Pharma, Banken und Versicherungen, den Automobilbau sowie den Handel gibt es unter www.studie-digitalisierung.de.

 

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Unternehmensbefragung, die Bitkom Research im Auftrag des IT-Beratungsunternehmen Tata Consultancy Services von März bis Mai 2021 durchgeführt hat. Dabei wurden 951 Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten befragt. Die Interviews wurden mit Führungskräften durchgeführt, die in ihrem Unternehmen für das Thema Digitalisierung verantwortlich sind. Dazu zählen Geschäftsführer und Vorstandmitglieder ebenso wie Entscheider aus den Bereichen Digitale Technologien, Informationstechnik und Operatives Geschäft. Die Umfrage ist repräsentativ für die deutsche Gesamtwirtschaft ab 100 Mitarbeitern. Nach 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 ist dies die sechste gemeinsame Studie von TCS und Bitkom Research.

 

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Bitkom Research_Anja Weber
Dr. Anja Weber
Head of Bitkom Research
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